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Tagesgeld oder Festgeld? Unterschiede einfach erklärt

Tagesgeld oder Festgeld: Wo liegen die Unterschiede bei Zinsen, Verfügbarkeit und Laufzeit? Wir erklären, welche Eigenschaften beide Anlageformen haben.

Tagesgeld und Festgeld im Vergleich
Grafik: tagesgeld-charts.de | KI generiert

Tagesgeld und Festgeld gehören zu den klassischen Möglichkeiten, Geld verzinst bei einer Bank anzulegen. Beide Anlageformen funktionieren jedoch unterschiedlich.

Der wichtigste Unterschied: Beim Tagesgeld bleibt das Guthaben grundsätzlich verfügbar und der Zinssatz kann sich ändern. Beim Festgeld wird das Geld dagegen für eine vorher vereinbarte Laufzeit angelegt. Dafür steht der Zinssatz normalerweise für diesen Zeitraum fest.

Was ist der Unterschied zwischen Tagesgeld und Festgeld?

Bei einem Tagesgeldkonto gibt es üblicherweise keine feste Laufzeit. Das Guthaben kann grundsätzlich jederzeit auf das hinterlegte Referenzkonto zurücküberwiesen werden.

Der Zinssatz ist dafür variabel. Eine Bank kann ihn während der Laufzeit erhöhen oder senken.

Beim Festgeld wird bereits bei Vertragsabschluss festgelegt, wie lange das Geld angelegt wird. Mögliche Laufzeiten reichen je nach Anbieter beispielsweise von einigen Monaten bis zu mehreren Jahren.

Der vereinbarte Zinssatz gilt normalerweise für die gesamte Laufzeit.

Tagesgeld bleibt flexibel

Der große Vorteil von Tagesgeld ist die Flexibilität.

Wer kurzfristig auf seine Rücklagen zugreifen möchte, muss normalerweise keine feste Laufzeit abwarten. Deshalb wird Tagesgeld häufig für finanzielle Reserven genutzt.

Typische Eigenschaften sind:

  • grundsätzlich tägliche Verfügbarkeit
  • keine feste Laufzeit
  • variabler Zinssatz
  • Ein- und Auszahlungen über ein Referenzkonto
  • Zinsen können sich während der Anlage verändern

Mehr zu den Grundlagen erklären wir in unserem Ratgeber Was ist Tagesgeld?.

Festgeld bietet einen festen Zinssatz

Beim Festgeld entscheidet sich der Anleger für eine bestimmte Laufzeit.

Während dieser Zeit kann das angelegte Geld normalerweise nicht oder nur unter besonderen Bedingungen zurückgefordert werden. Dafür weiß der Anleger bereits beim Abschluss, welchen Zinssatz die Bank für die vereinbarte Laufzeit zahlt.

Typische Eigenschaften sind:

  • feste Laufzeit
  • fest vereinbarter Zinssatz
  • eingeschränkte Verfügbarkeit während der Laufzeit
  • bessere Planbarkeit der Zinserträge

Welche Laufzeiten angeboten werden, unterscheidet sich von Bank zu Bank.

Welche Anlage bietet höhere Zinsen?

Das lässt sich nicht grundsätzlich beantworten.

Ob Tagesgeld oder Festgeld höhere Zinsen bietet, hängt von der jeweiligen Marktsituation, den Erwartungen der Banken und der gewählten Festgeldlaufzeit ab.

In manchen Marktphasen zahlen Banken für längerfristiges Festgeld höhere Zinsen. In anderen Situationen können attraktive Tagesgeldangebote mit kurzfristigen Festgeldzinsen mithalten oder diese sogar übertreffen.

Deshalb sollten konkrete Angebote miteinander verglichen werden.

Was passiert, wenn die Zinsen steigen?

Steigende Marktzinsen können für Tagesgeld interessant sein.

Da der Tagesgeldzins variabel ist, können Banken ihre Konditionen erhöhen. Anleger können außerdem vergleichsweise einfach zu einem anderen Tagesgeldanbieter wechseln.

Bei bereits abgeschlossenem Festgeld bleibt der vereinbarte Zinssatz dagegen normalerweise unverändert.

Wer sein Geld beispielsweise für mehrere Jahre fest angelegt hat, profitiert während dieser Laufzeit nicht automatisch von später steigenden Zinsen.

Was passiert, wenn die Zinsen fallen?

Bei fallenden Zinsen kann sich der Vorteil umkehren.

Tagesgeldbanken können ihre variablen Zinssätze reduzieren.

Ein bereits abgeschlossenes Festgeld behält dagegen grundsätzlich den vereinbarten Zinssatz bis zum Ende der Laufzeit. Dadurch bietet Festgeld eine höhere Planungssicherheit.

Wie sicher sind Tagesgeld und Festgeld?

Bei der Einlagensicherung gibt es grundsätzlich keinen Unterschied allein aufgrund der Anlageform.

Tagesgeld und Festgeld zählen zu den Bankeinlagen. Innerhalb der Europäischen Union sind Einlagen im Rahmen der gesetzlichen Einlagensicherung grundsätzlich bis zu 100.000 Euro je Einleger und Bank geschützt.

Entscheidend ist daher nicht nur die Bezeichnung Tagesgeld oder Festgeld, sondern insbesondere bei welcher Bank das Geld angelegt wird und welchem Sicherungssystem das Institut angehört.

Tagesgeld oder Festgeld für den Notgroschen?

Für Geld, das kurzfristig benötigt werden könnte, bietet Tagesgeld einen wesentlichen Vorteil: die Verfügbarkeit.

Bei einer unerwarteten Rechnung oder einer größeren Anschaffung kann auf das Guthaben grundsätzlich kurzfristig zugegriffen werden.

Festgeld ist dafür weniger flexibel, weil das Geld während der vereinbarten Laufzeit gebunden ist.

Kann man Tagesgeld und Festgeld kombinieren?

Tagesgeld und Festgeld müssen sich nicht gegenseitig ausschließen.

Die beiden Anlageformen erfüllen unterschiedliche Funktionen: Tagesgeld bietet Flexibilität, Festgeld bietet einen für eine bestimmte Zeit festgelegten Zinssatz.

Welche Aufteilung sinnvoll ist, hängt von der persönlichen finanziellen Situation, der benötigten Verfügbarkeit und dem gewünschten Anlagezeitraum ab.

Tagesgeld und Festgeld im Vergleich

Tagesgeld bietet vor allem Flexibilität. Dafür kann sich der Zinssatz jederzeit verändern.

Festgeld bietet dagegen eine höhere Zinssicherheit während der vereinbarten Laufzeit. Das Geld steht währenddessen jedoch normalerweise nicht flexibel zur Verfügung.

Die wichtigsten Unterschiede sind deshalb:

  • Tagesgeld: flexibel verfügbar, aber variabler Zinssatz
  • Festgeld: fester Zinssatz, aber gebundenes Kapital
  • Tagesgeld eignet sich eher für kurzfristig benötigte Rücklagen
  • Festgeld bietet eine bessere Planbarkeit für einen festgelegten Zeitraum

Fazit

Ob Tagesgeld oder Festgeld besser passt, lässt sich nicht pauschal beantworten.

Wer flexibel bleiben möchte und jederzeit auf sein Geld zugreifen können will, findet diese Eigenschaft beim Tagesgeld. Wer dagegen für einen bestimmten Zeitraum auf das Geld verzichten kann und Wert auf einen fest vereinbarten Zinssatz legt, kann sich Festgeld ansehen.

Entscheidend ist deshalb nicht nur die Höhe des Zinssatzes, sondern auch die Frage, wann das angelegte Geld wieder benötigt wird.

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