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Was ist eine IBAN? Aufbau, Bedeutung und Geschichte einfach erklärt

Was bedeutet IBAN, wie ist eine deutsche IBAN aufgebaut und was gab es davor? Aufbau, Geschichte und Bedeutung der internationalen Kontonummer einfach erklärt.

Aufbau und Erklärung einer deutschen IBAN
Grafik: tagesgeld-charts.de | KI generiert

Was ist eine IBAN?

Die IBAN ist die internationale Kennung eines Bankkontos. Die Abkürzung steht für „International Bank Account Number“.

Sie wird vor allem für Überweisungen und Lastschriften verwendet und sorgt dafür, dass ein Zahlungskonto eindeutig identifiziert werden kann.

Eine deutsche IBAN besteht aus 22 Stellen. In anderen Ländern kann sie unterschiedlich lang sein.

Seit wann gibt es die IBAN?

Der internationale Standard für die IBAN wurde bereits 1997 erstmals veröffentlicht.

Ziel war es, Bankkonten über Ländergrenzen hinweg nach einem einheitlichen System identifizieren zu können. Vorher verwendeten die einzelnen Länder unterschiedliche Verfahren und Formate.

Für Bankkunden in Deutschland wurde die IBAN vor allem mit der Einführung des einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraums SEPA wichtig.

Die ersten SEPA-Überweisungen starteten 2008. Ab 2014 wurde der Zahlungsverkehr in Deutschland schrittweise auf die IBAN umgestellt.

Für Verbraucher galt dabei eine Übergangsfrist: Bei inländischen Zahlungen konnten Kontonummer und Bankleitzahl noch bis zum 1. Februar 2016 verwendet werden.

Warum wurde die IBAN eingeführt?

Vor der IBAN gab es in Europa unterschiedliche nationale Systeme für Bankverbindungen.

Eine Überweisung ins Ausland konnte dadurch komplizierter sein, weil Kontonummern, Bankkennungen und Zahlungsstandards von Land zu Land unterschiedlich aufgebaut waren.

Mit der IBAN sollte die Identifikation von Konten vereinheitlicht und die automatische Verarbeitung von Zahlungen erleichtert werden.

Ein weiterer Vorteil ist die enthaltene Prüfziffer. Sie kann helfen, bestimmte Eingabefehler bei einer IBAN zu erkennen.

Was gab es vor der IBAN?

In Deutschland wurden Bankkonten früher hauptsächlich mit zwei Angaben identifiziert:

  • Kontonummer
  • Bankleitzahl

Die Bankleitzahl kennzeichnete die jeweilige Bank, die Kontonummer das Konto des Kunden.

Beide Angaben sind durch die Einführung der IBAN nicht vollständig verschwunden. Sie sind bei deutschen IBANs weiterhin Bestandteil der Kontokennung.

Wie ist eine deutsche IBAN aufgebaut?

Eine deutsche IBAN hat immer 22 Stellen und besteht aus vier Bereichen:

  • 2 Stellen Länderkennung
  • 2 Stellen Prüfziffer
  • 8 Stellen Bankleitzahl
  • 10 Stellen Kontonummer

Der grundsätzliche Aufbau lautet:

DEpp BBBB BBBB KKKK KKKK KK

Dabei steht:

  • DE für Deutschland
  • pp für die Prüfziffer
  • BBBB BBBB für die Bankleitzahl
  • KKKK KKKK KK für die Kontonummer

Die Leerzeichen dienen lediglich der besseren Lesbarkeit. Elektronisch wird die IBAN normalerweise ohne Leerzeichen verarbeitet.

Hat eine Kontonummer weniger als zehn Stellen, wird sie bei der üblichen Bildung einer deutschen IBAN mit führenden Nullen ergänzt. Bei einzelnen Banken können allerdings besondere Regeln für die Bildung der IBAN gelten.

Wie lang kann eine IBAN sein?

Die Länge einer IBAN hängt vom jeweiligen Land ab.

In Deutschland sind es immer 22 Stellen. International kann eine IBAN aus bis zu 34 alphanumerischen Zeichen bestehen.

Deshalb sollte nicht von einer „22-stelligen IBAN“ allgemein gesprochen werden. Die 22 Stellen gelten speziell für Deutschland.

Wo findet man die eigene IBAN?

Die eigene IBAN ist normalerweise leicht zu finden. Sie steht beispielsweise:

  • im Online-Banking
  • in der Banking-App
  • auf Kontoauszügen
  • in den Kontounterlagen
  • teilweise auf der Bankkarte

Bei Unklarheiten kann die IBAN auch direkt bei der jeweiligen Bank erfragt werden.

Was ist der BIC?

Der BIC ist eine Kennung für Banken und andere Finanzinstitute.

BIC steht für „Business Identifier Code“. Er wird teilweise auch als SWIFT-Code bezeichnet.

Ein BIC besteht aus 8 oder 11 Stellen.

Der Aufbau enthält grundsätzlich Angaben zum Institut, zum Land, zum Ort und gegebenenfalls zu einer bestimmten Niederlassung.

Braucht man für eine Überweisung noch den BIC?

Bei normalen SEPA-Überweisungen innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums reicht für Bankkunden grundsätzlich die IBAN aus.

Der BIC muss dort normalerweise nicht zusätzlich angegeben werden.

Bei bestimmten internationalen Zahlungen außerhalb dieses Bereichs kann ein BIC dagegen weiterhin erforderlich sein. Welche Angaben benötigt werden, hängt vom Zielland und der jeweiligen Bank ab.

Was ist die Empfängerüberprüfung?

Seit dem 9. Oktober 2025 gibt es im Euroraum zusätzlich die sogenannte Empfängerüberprüfung.

Dabei wird vor der Freigabe einer Überweisung überprüft, ob der eingegebene Name des Zahlungsempfängers zur angegebenen IBAN passt.

Je nach Ergebnis kann die Bank beispielsweise anzeigen, dass:

  • Name und IBAN übereinstimmen
  • die Angaben nur teilweise übereinstimmen
  • keine Übereinstimmung festgestellt wurde

Die Empfängerüberprüfung soll unter anderem helfen, Fehlüberweisungen und bestimmte Betrugsversuche früher zu erkennen.

Sie gilt sowohl für klassische SEPA-Überweisungen als auch für SEPA-Echtzeitüberweisungen.

IBAN kurz zusammengefasst

Die IBAN ist eine international standardisierte Kennung für Bankkonten.

In Deutschland besteht sie aus 22 Stellen und enthält:

  • Länderkennung
  • Prüfziffer
  • Bankleitzahl
  • Kontonummer

Der internationale IBAN-Standard existiert bereits seit 1997. Für deutsche Verbraucher wurde die IBAN vor allem im Zuge der Einführung von SEPA wichtig.

Die frühere Kombination aus Kontonummer und Bankleitzahl wurde damit für Überweisungen weitgehend abgelöst. Beide Bestandteile finden sich bei deutschen Konten allerdings weiterhin innerhalb der IBAN.

Für normale SEPA-Überweisungen reicht heute grundsätzlich die IBAN. Der BIC wird nur noch in bestimmten Fällen benötigt.

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