Handlungsbedarf: EZB senkt den Leitzins weiter

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Keine guten Nachrichten gibt es für alle Sparer. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat erneut den Leitzins gesenkt. Von -0,4 Prozent auf -0,5 Prozentpunkte.

Banken müssen somit in Zukunft tiefer in die Tasche greifen um Geld bei der EZB parken zu können. Eine Zinswende ist vorerst nicht zu erwarten, stellte die Zentralbank klar. Damit wird uns der Negativ-Zins wohl möglich auch in den nächsten Jahren begleiten.

Was bedeutet das für alle Sparer?

Die Sparzinsen werden auch in Zukunft extrem niedrig bleiben. Vermutlich werden die Banken in naher Zeit ihre Sparzinsen noch einmal senken. Daher ist es empfehlenswert jetzt einen Sparbrief bzw. Festgeld-Anlagen mit einer Laufzeit von mehreren Monaten oder Jahren abzuschließen.

Beim Tagesgeld dürfte der Unmut noch einmal größer werden. Die tägliche Verfügbarkeit des Guthaben hat den Preis, dass ein variabler Zins in Kauf genommen werden muss. Einen Abwärtstrend beim Tagesgeld beobachten wir seit Monaten und die neuste Entscheidung der EZB dürfte diesen Trend noch einmal anheizen. Daher ist es eine Überlegung wert, ob Festgeld aktuell für einen attraktiver ist.

Der Sommer 2017 und das liebe Tagesgeld befindet sich im Sommer-Urlaub

In den letzten Monaten ist beim Tagesgeld wenig bis nahezu gar nichts passiert. Betrachtet man es negativ, so ist festzuhalten, dass die Zinspolitik der EZB weiterhin dem kleinen Sparer schadet. Die Zinsen beim Tagesgeld decken nicht mehr die Inflationsrate. Im Juni lag die Inflationsrate in Deutschland bei 1,6%, im Juli bereits bei 1,7%.

Doch betrachtet man es positiv, so stellt man fest: Trotz einem Rekord-Minus-Leitzins von 0,00 % haben sich die Tagesgeldangebote weitestgehend stabilisiert. Als die EZB den Leitzins im März 2016 auf null Prozent gesenkt hat, purzelten Monate lang die Tagesgeldzinsen in den Keller. Jetzt ist seit rund vier Monaten eine gewisse Stabilität zu erkennen. In den tagesgeld-charts.de führt die Consorsbank mit aktuell 1,00 Prozent die Charts an. Im März lag die Alpha Bank mit 1,01 Prozent auf Platz eins (heute 0,77 Prozent – Platz 2).

Während es wenig Bewegung beim Tagesgeld gibt, befinden sich die Festgeld-Angebote weiterhin im harten Konkurrenzkampf um den Kunden. Ein Blick in die Top10 zeigt viel Bewegung.

Wie geht es jetzt weiter?
Die Europäische Zentralbank (EZB) wird ihre Null-Zins-Politik nicht mehr lange weiterfahren können. Die Inflation zieht an, der Unmut bei den Sparern steigt. Finanzanalysten hatten bereits eine Ankündigung zur Kehrtwende für Juni prognostiziert. Passiert ist leider nichts. Ob die erwartete Ankündigung im August, September oder Oktober ausgesprochen wird ist fraglich. Doch höchstwahrscheinlich wird in den nächsten Monaten etwas passieren. Der Anleihen-Ankauf der EZB kann nicht endlos fortgeführt werden. Eine Anhebung des Leitzins in den nächsten 24 Monaten ist sehr wahrscheinlich.