Wissen: Was ist die Abgeltungsteuer?

Die Abgeltungsteuer wurde im Jahr 2009 eingeführt und sollte ein Symbol für die Verwirklichung des Traumes eines gerechteren und einfacheren Steuersystems werden. Bei der Einführung dieser Steuer wurde das komplette bisherige System der Besteuerung der Kapitalerträge reformiert und die bisherige Kapitalertragsteuer in die neue Abgeltungsteuer überführt. Damit war auch – wie im folgenden Abschnitt nachzulesen ist – ein kompletter Systemwechsel in der Steuerpolitik verbunden.

Abkehr von der bisherigen Besteuerung nach Leistungsfähigkeit
Im bis zum Jahr 2009 geltenden System wurden alle Kapitalerträge inkl. der Zinsen aus dem Festgeld, Tagesgeld oder dem klassischen Sparen keinem einheitlichen Steuersatz unterworfen. Vielmehr zahlte der Steuerpflichtige auf die Kapitaleinkünfte den gleichen Steuersatz als wenn er dieses zusätzliche Einkommen aus Erwerbstätigkeit bekommen hätte. Für einen Gutverdiener bedeutete dies eine Belastung bis zum ->Spitzensteuersatz und ggf. der Kirchensteuer. Allerdings waren viele Kapitalerträge steuerfrei gestellt: Wer in Aktien investierte und diese langfristig hielt, der musste lediglich die jährlichen Dividenden versteuern. Die Kursgewinne blieben steuerfrei.

Gem. dem Grundsatz, dass die Bemessungsgrundlage höher sein müsse und dafür geringere Steuersätze erhoben werden sollen, wurde dieses Verfahren verändert. Im Rahmen der Abgeltungsteuer wird nunmehr der gesamte Wertgewinn mit einem einheitlichen Steuersatz besteuert. Die Banken greifen dem Steuerpflichtigen gleich zum Auszahlungszeitpunkt in die Tasche.

Eine weitere Änderung ist die Frage der Steuerzahlung durch den Steuerpflichtigen. Während die Steuerpflichtigen beispielsweise Kursgewinne in ihrer Jahressteuererklärung abgaben und dann erst nach Ausstellung des Steuerbescheides zahlten, greift die Abgeltungsteuer in der heutigen Form direkt als Quellensteuer. Die Banken müssen also den entsprechenden Steuerbetrag selbständig einbehalten und an das Finanzamt abführen. Dies geschieht in den ersten Jahren nach Einführung der Abgeltungsteuer in anonymisierter Form, da die Steuerlast ja schon bezahlt worden ist.

Durch die in den nächsten Jahren geplante Einführung des sogenannten vollständigen Informationsaustausches zwischen Banken und Steuerbehörden wird dann jede Zahlung erfasst werden und mit dem Namen und der neuen einheitlichen ->Steuer-ID versehen werden.

Damit wird jeder Steuerpflichtige, der den ->Sparer-Pauschbetrag überschreitet, mit dem gleichen einheitlichen Steuersatz von 25 % plus dem Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,50 % und ggf. der Kirchensteuer belastet. Zudem entfällt für Aktienbesitzer die früher übliche komplexe Verrechnung der von den Unternehmen gezahlten Steuern mit der Abgeltungssteuer genannten Form dieser einheitlichen Kapitalertragsteuer.

Wissen: Was sind Sollzinsen?

Der Verlauf von Geldgeschäften ist von den Zinsen abhängig. Es gibt positive Zinsen, Habenzinsen, und es gibt die negativen Zinsen, die Sollzinsen.
Ob ein Geschäft gut und erfolgreich ist, wird auch von den Zinsen beeinflusst. Aber was für Unterschiede bei den Zinsen bestehen und welche Bedeutung diese haben, ist nicht für jeden eindeutig bekannt.

Sollzinsen sind im Prinzip für den Gewinn der Banken verantwortlich.

Denn für geliehenes Geld zahlt der Kunde einen höheren Betrag zurück als er von der Bank erhalten hat. Die Differenz zwischen dem geliehenen Betrag und der zurückgezahlten Summe ist der Sollzins.

Die Marktlage beeinflusst den Zinssatz. Dieser, wie hoch der Kredit ist und die Dauer der Rückzahlung von dem Kredit sind die Berechnungsgrundlage für den Sollzins. Der Sollzins bei einem Kredit ist allgemein niedriger, als der Sollzins bei einem Dispo von einem Girokonto.

Es ist sinnvoller, bei der Eröffnung eines Girokontos, einen festen Dispokredit einzurichten. Bei dieser Vereinbarung ist dann auch der Sollzins häufig verhandelbar. Dieser fest vereinbarte Dispokredit ist dann einem Ratenkredit gleichgesetzt, der als Richtlinie für die Verhandlung eines festen Sollzins genommen werden kann. Eine Übersicht von Girokonten die teilweise einen sehr geringen Dispozins bieten und zudem auch noch völlig kostenfrei sind (keine monatlichen Grundgebühren), finden sich hier.

Beim Tagesgeld fallen in der Regel keine keine Sollzinsen an, dafür bringt jedes Tagesgeld-Konto Habenzinsen.