Leitzins, Inflation und Ausblick 2025

Ein Blick zurück und was erwartet uns 2025? Wir ziehen Bilanz und holen die Glaskugel raus.

Im letzten Jahr (2024) hat die EZB in vier Schritten den Leitzins gesenkt. Anfang des Jahres lag der Hauptfinanzierungssatz noch bei 4,50 Prozent. Seit Mitte Dezember liegt der Leitzins jetzt bei 3,15 Prozent bzw. der Einlagezins liegt bei 3,00 Prozent.  Für Sparer ist ein Zins von rund 3 Prozent weiterhin als positiv zu betrachten, sofern ihn die Banken auch annähernd weitergeben. Denn die Inflation liegt unter dem aktuellen Leitzins.

Inflationszahlen

Die Inflation lag in Deutschland im Dezember bei 2,6 Prozent, damit lagen die Preise rund 0,5 Prozent höher als im November 2024, aber immer noch unter dem Leitzins. Im Jahresdurchschnitt lag die Inflation bei 2,2 Prozent. Im Vergleich dazu: Im Jahr davor (2023) lag die Inflation bei 5,9 Prozent. Die Zahlen hat das Statistische Bundesamt am 16. Januar 2025 veröffentlicht.

Tagesgeld-Trend

Viele Banken haben in den letzten Wochen ihre Tagesgeld-Zinsen angepasst. Positiv zu bewerten ist dennoch, dass es auch heute (im Januar 2025) gute Tagesgeld-Zinsen gibt.

Drei Beispiele: Die Targobank bietet aktuell 2,80 Prozent für Neukunden mit einer Zinsgarantie von sechs Monaten. Die ING bietet Neukunden einen Zinssatz von aktuell 3,00 Prozent für 4 Monate. Und die Consorsbank bietet Neukunden 3,25 Prozent für die ersten drei Monate an und versüßt die Kontoeröffnung zudem mit einer Prämie in Höhe von 40 Euro. Alle drei Angebote (Stand 19.01.2025) liegen über den Inflationssatz von 2,60 Prozent im Dezember und sind damit attraktiv. Allerdings sollte beachtet werden: Alle Angebote sind zeitlich begrenzt. Wer sein Geld länger anlegen möchte, sollte sich Festgeld-Angebote anschauen. Die Bank of Scotland bietet aktuell 12 Monate Festgeld mit 2,50 Prozent Verzinsung an (Stand 19.01.2025). Alle Angebote stammen aus der Tagesgeld Top10 und Festgeld Top10 auf unserer Webseite. Die Übersichten werden ständig aktualisiert, sind jedoch (vermutlich) nie vollständig. Denn dafür ist der Markt, Transparenz und Kommunikation zu groß und unüberschaubar. Dennoch: Eine Reiserichtung gibt unsere Top10 an.

Wie geht’s weiter in 2025?

Ein Blick in die Glaskugel ist nur eine Mutmaßung. Vorstellbar ist, dass die Europäische Zentralbank im 1. Quartal 2025 eine weitere Zinssenkung auf 2,75 Prozent vornimmt. Eine schwache Konjunktur in Europa befeuert die Rufe nach einer schnellen weiteren Zinssenkung. Aufs gesamte Jahr betrachtet sind auch zwei weitere Zinssenkungen vorstellbar. Am Ende des Jahres könnte ein Leitzins von 2,25 bis 2,50 Prozent realistisch sein. Würde es so kommen, so werden auch die Tagesgeld- und Festgeld-Angebote entsprechend angepasst und möglicherweise in den nächsten Monaten auf unter zwei Prozent im Durchschnitt in unserer Top10 fallen.

Möglicherweise kommt es auch ganz anders. Die USA haben mit Trump einen Präsidenten der schnell die Welt verändern kann. Wir in Deutschland werden im Februar eine neue Bundesregierung wählen. So sind viele Faktoren bislang  nur ein großer Blick in eine (schwarze) Glaskugel.

Alles steigt: Tagesgeld von mehr als 3,50 Prozent jetzt möglich

Alles steigt. Die Tiefkühlpizza, der Spritpreis, der Einbauschrank. Alles wird teurer. Die Inflationsrate in Deutschland ist weiterhin auf einem hohen Niveau. Im Juni 2023 lag die Inflation bei 6,4 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt mit. Damit hat sich die Inflation zwar im Vergleich zu den vorherigen Monaten abgeschwächt, ist aber dennoch nicht zu unterschätzen.

„Alles steigt“ hat aber auch einen Vorteil. Endlich gibt es wieder akzeptable Sparzinsen bei Tagesgeld und Festgeld und weitere Steigerungen sind vermutlich zu erwarten. Ende Juli hat die EZB den Leitzins erneut um 0,25 Prozentpunkte erhöht. Er liegt nun bei 4,25 Prozentpunkte. Man mag zwar ungern von einem Rekordhoch sprechen, aber tatsächlich war der Leitzins zuletzt vor 15 Jahren so hoch. Damals, 2008, hat die EZB den Leitzins zur Finanzkrise angepasst.

Die neuste Leitzinserhöhung ist noch nicht bei den Tagesgeld-Angeboten angekommen, doch schon jetzt gibt es wieder ordentliche Zinsen. Zumindest bei vielen Online- und Direkt-Banken.

Ein Blick auf die aktuellen Tagesgeld-Angebote im Juli 2023

Zu den besten Angeboten von mehr als 3,00 Prozent gehören derzeit die Consorsbank (3,50%), die ING (3,50%), die Comdirect (3,25%), die 1822direkt (3,20%) und die Santander (3,01%). Stand Juli 2023. Die komplette Übersicht unserer Top10 findet sich hier in den Tagesgeld-Charts. Aber Achtung: Manche Tagesgeld-Angebote sind derzeit zeitlich (z.B. auf 3 oder 6 Monate) befristet. Ein Vergleich lohnt sich.

Attraktiv ist auch das Festgeld geworden. Ein Blick in unsere Top10 zeigt: Mehr als 4,10 Prozent sind derzeit mit einer Laufzeit von 12 Monaten möglich. Und dabei haben wir in unseren Top10 noch nicht einmal alle Banken berücksichtigen können.

Fazit: Die Zinsen sind zurück. Die Inflation ist leider weiterhin hoch. Einen kompletten Inflationsausgleich mit Tagesgeld und Festgeld ist derzeit nur schwer bis gar nicht möglich, aber mit guten Angeboten lässt sich die Inflation ein ganzes Stückchen abfedern.